Die Problematik der Reisethrombose vor allem bei Flugreisen durch den engen Abstand zwischen den Sitzreihen, wurde lange von den Fluggesellschaften abgestritten.

Aber spätestens nachdem im Jahre 2000 eine junge Engländerin nach einem 20-stündigen Flug vom australischen Sydney im Londoner Flughafen Heathrow an Folge einer Lungenembolie tot zusammenbrach, merkte die Weltöffentlichkeit auf und die Diskussionen über die Zahl der Todesfälle infolge von Langstrecken Flügen reisst seither nicht ab…..
Es gibt keine verlässlichen Zahlen, da eine Thrombose nicht unbedingt während eines Flugs oder direkt danach auftreten muss. Wenn sich die Probleme erst Tage oder Wochen später zeigen, wird der Zusammenhang wahrscheinlich übersehen, zumal der behandelnde Arzt oft gar nicht über die Reise informiert ist.
Dadurch ist möglicherweise von einer hohen Zahl nicht erkannter Fälle auszugehen.
Wie kommt es zur Thrombose?....

Durch das stundenlange unbewegliche Sitzen, werden Arme, Beine und Rücken eingeklemmt und dadurch unbeweglich und träge, während der Kreislauf abschlafft.
Als Folge sacken Blut und Gewebsflüssigkeit in Beine und Füße, wodurch das Blut verdickt und verklumpen kann. Wenn diese Blutklumpen dann zum Herzen kommen, kommt es zur Thrombose.
Britische Wissenschaftler schätzen, dass jedes Jahr bis zu 2 000 Flugreisende an den Folgen von Thrombosen sterben.
Dieses Risiko tritt aber nicht nur in der Touristenklasse auf, auch langes Sitzen im Auto, Bus, Zug oder der 1.Klasse können durch eine ungünstige Sitzhaltung Beschwerden verursachen.
Wer ist gefährdet?
Es gibt 3 verschiedene Risikogruppen
Ein hohes Risiko haben Reisende die
• schon einmal eine Thrombose hatten,
• ein Gipsbein haben,
• eine familiäre Thromboseneigung haben,
• frisch operiert oder
• krebskrank sind.
Ein mittleres Risiko haben Reisende bei denen mindestens 2 der folgenden Faktoren zutreffen:
•Alter über 40 Jahre,
•Raucher,
• Herz- und Lungenkranke,
• Krampfadern, Veneninsuffizienz,
• Frauen, die die Pille oder Hormonersatzpräparate einnehmen,
• Übergewichtige.
Einem niedrigen Risiko setzt sich jeder Reisende bei mehrstündigen Reisen in sitzender Position im:
• Flugzeug
• Zug
• Bus
• Auto,
einem Risiko aus – wenn auch einem niedrigen.
Was kann man dagegen tun?
Mit den folgenden Bewegungsübungen können Sie müde Muskeln und einen schlaffen Kreislauf während einem langen Flug, einer langen Zug- oder Busfahrt auf Trab bringen und die Wirbelsäule entlasten.
Der Körper braucht jetzt genügend Flüssigkeit, bei Problemen kann man auch zur Vorsorge Kompressionsstrümpfe anziehen.
Trainieren Sie in flachen Schuhen, oder ziehen Sie die Schuhe aus.
• Achten Sie darauf, das Sie während der Übungen gerade sitzen und die Arme locker auf der Sitzlehne oder den Oberschenkeln liegen haben.
• Sie können sich entweder an die Rückenlehne anlehnen, oder auf dem Sitz leicht nach vorn rutschen – wodurch Rücken und Wirbelsäule stärker einbezogen und aktiviert werden.
• Die Übungen in einem gleichmäßigen, langsamen Tempo machen, ruhig ein- und ausatmen.
• Sollten Sie bei einer der Übungen Schmerzen haben, nicht weitermachen.
Zur Anregung des Kreislaufs
Fußspitzen abheben und die Füße auf die Fersen stellen, dann über den Ballen auf die Zehenspitzen rollen und wieder zurück auf die Fersen. Ruhiges, gleichmäßiges Tempo, locker und leicht abrollen. 30 X. (fördert auch die Durchblutung der Beine)
Zum Aktivieren der Sprunggelenke
Die Füße leicht anheben, so dass Sie auf den Fersen stehen und machen dann mit den Fußspitzen eine Schaukelbewegung. Fußinnenränder in die Mitte drehen und hochziehen, danach Fußaußenränder ganz weit nach außen drehen und hochziehen. 30 X
Zum Entspannen
Die Muskeln anspannen, ohne die Beine zu bewegen:
Füße fest auf den Boden stellen – den linken Fuß gegen einen imaginären Widerstand hinter der Ferse drücken und die Spannung fünf Sekunden halten, ruhig dabei weiter atmen…locker lassen.
Danach das gleiche mit dem rechten Fuß. 15 X pro Fuß !